In dieser Übersicht erklären wir Ihnen alle wichtigen Fachbegriffe rund um den Treppenbau – von den Treppenarten über Bauteile bis zu Materialien und Sicherheitsaspekten.

Ausladung

Das horizontale Maß, das gemessen vom Treppenantritt bis zur Wand, an der die Treppe anliegt.

Geschosshöhe

Die Geschosshöhe wird von der Fußbodenoberkante des unteren Stockwerks bis zur Fußbodenoberkante des oberen Stockwerks gemessen. Sie darf nicht mit der lichten Raumhöhe (bis zur Decke) verwechselt werden. Bodenbeläge können die Höhe beeinflussen.

Bei jeder Raumspartreppe ist ein Geschosshöhenbereich angegeben, für den die Treppe passend ist. Dieser Geschosshöhenbereich kann bei einigen Modellen durch zusätzliche Stufen erweitert werden. Aber wie erfolgt nun die Anpassung an die Geschosshöhe im angegebenen Bereich?

Bei Mittelholmtreppen kann jedes Holmelement flexibel in der Steigungshöhe zum nächsten Holmelement fixiert werden.

Steigungshöhe

Alle Steigungen werden dadurch gleich eingestellt. D.h. die Treppe hat einen gleichmäßigen Verlauf.

Bei Holzwangentreppen gibt es verschiedene Arten der Anpassung an die Geschosshöhe. Während bei Treppen mit den Stufen auf den Wangen (Aufgesattelte Treppen) und bei Treppen mit eingestemmten Stufen zwischen den Wangen die Anpassung an die Geschosshöhe durch das Kürzen der Wangen erfolgt, wird die Anpassung an die Geschosshöhe bei Treppen mit den Stufen zwischen den Wangen, die nicht eingestemmt sind, häufig durch die Variation des Winkels der Stufen zur Wange durchgeführt

Bei den Modellen, bei denen die Anpassung der Treppe an die Geschosshöhe durch das Kürzen der Wangen erfolgt, resultiert, dass eine Steigung, nämlich die bei der die Anpassung erfolgte, von den anderen der Treppe abweicht.

Steigungshöhe der untersten Stufe weicht von der Steigung der restlichen Stufen ab

Anders ist es, wenn die Anpassung der Treppe an die Geschosshöhe durch Verändererung des Winkels der Stufen zu den Wangen erfolgt. In diesem Fall bleibt die Steigungshöhe der Stufen über die ganze Treppe gleich.

Steigung (Steigungshöhe)

Die Höhe, die der Fuß von einer zur nächsten Stufe überwinden muss.

Deckenöffnung

Bezeichnet das Loch in der Decke, durch das die Treppe hindurchgeführt wird.

Die notwendige Deckenöffnung ist wohl das am meisten nachgefragte Thema. Die Problematik ist aber leicht zu klären. Wie berechnen also Treppenhersteller eine erforderliche Treppenöffnung?

Gehen wir mal davon aus, Sie sind 1,80 m groß und Ihre Deckenhöhe ist 2,40 m hoch.

Deckenöffnung zu klein

Wie groß muss die Deckenöffnung sein?

Für eine Abschätzung reicht es, wenn wir annehmen, dass Sie pro Stufe ca. 20 cm hochsteigen. Sobald Sie also auf der 3. Stufe und damit ca. auf einer Höhe von 60 cm stehen, würden Sie mit Ihrem Kopf die Decke zumindest „berühren“.

Wenn die Deckenöffnung immer noch nicht angefangen hat, würden Sie sich nun beim Aufsteigen der 4. Stufe den Kopf stoßen. Ein 2 m hoher Mensch bekommt das Problem schon nach der zweiten Stufe.

Wenn Sie sich nun mit diesem Hintergrundwissen die Treppenkataloge und die entsprechenden Treppenskizzen anschauen, so werden Sie feststellen, dass fast immer die empfohlene Deckenöffnung mit der dritten Stufe beginnt.

So einfach ist das!

Anders sieht es aus, wenn Sie z.B. die Treppe für ein etwas älteres Haus mit einer höheren Decke planen. Bei einer Decken- bzw. lichten Raumhöhe von 2,80 m berührt ein 1,80 m großer Mensch die Decke erst auf der fünften Stufe. D.h. mit zunehmender Deckenhöhe beginnt die erforderliche Deckenöffnung erst mit einer späteren Stufe. Allerdings werden für eine größere Geschosshöhe auch mehr Stufen benötigt, so dass die erforderliche Deckenöffnung in etwa gleich groß bleibt.

Entsprechend ist die Planung der Deckenöffnung für eine gewendelte Treppe durchzuführen. Wenn die Deckenöffnung nicht rechtzeitig beginnt, wird der Aufstieg jedes mal zu einem Ärgernis. Allerdings empfiehlt es sich allein aus optischen Gründen bei einer ¼ gewendelten Treppe, wenn räumlich nichts dagegen spricht, die Deckenöffnung über die ganze Länge zu ziehen.

Aufbaumöglichkeiten

Ideale Deckenöffnung bei dieser gewendelten Treppe

Bleibt noch die notwendige Breite der Deckenöffnung. Wenn Sie die Treppenbreite inklusive Geländer kennen, haben Sie schon das wichtigste Maß.

Hat die Treppe eine Breite inklusive Geländer von 75 cm, stellt sich die Frage, ob eine Deckenöffnung mit einer Breite von 75 cm ausreicht. Theoretisch ja, aber praktisch….

Das Geländer, insbesondere der Handlauf ist so ziemlich immer am äußersten Rand der Treppe. Wenn Sie also nicht wollen, dass der Handlauf und damit die Hand direkt an der Wand anliegt, sondern noch Platz für die Finger sein soll, dann ist mindestens 5 cm einzuplanen.

5 cm Fingerfreiheit am Deckenloch

Die Öffnungsbreite sollte also auf der Geländerseite mindestens ca. 5 cm mehr betragen als die Treppenbreite.

5 cm Fingerfreiheit

Diese so genannte Fingerfreiheit, d.h. der Abstand zwischen dem Handlauf und allen benachbarten Teilen, wird auch in der DIN 18065 mit mindestens 5 cm vorgeschrieben.

Die meisten Deckenöffnungen zum Dachboden werden zwischen die Dachbalken gebaut. Diese variieren von Haus zu Haus, häufig zwischen 60 – 80 cm.

Was ist also zu tun, wenn die ausgewählte Treppe zu breit ist, oder aber die Wendelung genau unter einen Balken führt? In solchen Fällen ist es möglich, einen so genannten „Wechsel“ einzufügen.

Wechsel einfügen

Dadurch kann die Deckenöffnung dem Wunsch entsprechend gestaltet werden. Dies sollte allerdings von einer ausgebildeten Fachkraft durchgeführt werden, damit die Stabilität der Decke nicht beeinträchtigt wird.

Wichtige Bauteile einer Treppe

Stufe

Besteht aus Auftritt (Trittfläche) und Setzstufe (vertikale Fläche).

Geländer

Schutzvorrichtung entlang der Treppe.

Handlauf

Der Bereich des Geländers zum Festhalten.

Wange

Tragendes Element der Treppe, seitlich oder unterhalb der Stufen.

Kinderschutzleisten

Verhindern das Durchrutschen von Kleinkindern durch offene Stufen. Laut Bauordnung darf der Abstand meist nicht mehr als 120 mm betragen.

Antrittsstufe

Die erste Stufe der Treppe, oft optisch hervorgehoben.

Antrittsstufe

Auftrittstiefe

Der begehbare Teil der Stufe ohne Überlappung durch die nächste.

Auftrittstiefe

Materialien im Treppenbau

Holz

Natürlich, warm, traditionell – z. B. Buche, Eiche, Fichte.

Stahl

Modern, filigran und langlebig.

Beton

Robust, vielseitig, oft im Außenbereich.

Glas

Wird für moderne Geländer oder Stufeneinlagen verwendet.

Sicherheitsaspekte im Treppenbau

Rutschsicherheit

Rutschhemmende Beläge oder Profile verbessern die Sicherheit.

Beleuchtung

Vermeidet Stolperfallen durch bessere Sichtbarkeit.

Höhen- und Tiefenmaße

Normgerechte Maße sorgen für ergonomisches Gehen.

Geländer

Schützt vor Absturz – Höhe und Abstand der Stäbe sind genormt.

Geländerfüllung

Kann individuell gestaltet werden, muss aber sicher sein.

Geländerstab

Teil der Geländerfüllung, meist senkrecht zwischen Handlauf und Stufe.

Geländerhöhen

Je nach Nutzung vorgeschriebene Mindesthöhe gegen Absturz.

Setzstufen

Verschließen den hinteren Teil der Stufe. Für offene Treppen nicht notwendig.

Normen

Wichtig sind die DIN 18065 sowie die jeweilige Landesbauordnung.

Fingerfreiheit

Laut DIN 18065: mindestens 5 cm Abstand zwischen Handlauf und Wand.

Weitere Fachbegriffe rund um den Treppenbau

Setzstufe

Vertikale Fläche zwischen zwei Stufen.

Auftritt

Horizontale Trittfläche der Stufe.

Podest

Fläche zum Ausruhen oder für Richtungswechsel.

Wendung

Richtungsänderung durch Podeste oder gewendelte Stufen.

Trittstufe

Begehbarer Teil der Stufe (synonym zu Auftritt).